Über Uns & Geschichte

Wirtsfamilie Glaser

Die aktuelle Seelöwen-Generation

Als junge Pachtwirte suchten wir nach der Geburt unseres Sohnes eine eigene Gastwirtschaft und wurden im Gasthof “Zum Seelöwen” fündig. Es war Liebe auf den ersten Blick, die jedoch gleich zu Beginn durch den baufälligen Zustand und die aufwändigen Renovierungsarbeiten auf eine harte Probe gestellt wurde.

Doch die Mühe hat sich gelohnt und bis heute sind wir stolze Besitzer dieser Traditionsgaststätte. Wir sind seit über drei Jahrzehnten fester Bestandteil der Kulmbacher Gastronomie und blicken dankbar auf viele schöne Stunden mit unseren Gästen zurück!

Seit 2007 sind wir alle zwei Jahre als Festwirte auf der Kulmbacher Bierwoche für Sie da. Dann finden Sie uns ausnahmsweise nicht in der Grünwehr, sondern in der Mönchshof-Ecke am Zentralparkplatz auf ein frisch gezapftes Festbier.

Herzliche Grüße,

Ihre “Chef-Seelöwen” Werner & Edeltraud Glaser

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Woher kommt der Name?

Ein ungeklärtes Rätsel

Der Verfasser des Kurzinventars des Stadt- und Landkreises Kulmbach würdigt das Anwesen Grünwehr 32 mit seiner reizvollen plastischen Gliederung und das Portal mit dem Kopf eines Seehundes. Die Zuschreibung erfolgt für den Kulmbacher Ratsmaurermeister Hans Georg Hoffmann von etwa 1728. 

Wann die Gastwirtschaftsbezeichnung “Zum Seelöwen” genau erfolgte, ist leider nicht feststellbar. Woher der in unserer Gegend eher ungewöhnliche Name des Gasthofes stammt, konnte trotz intensiver Nachforschungen nicht ermittelt werden.

Historie

Die Bedeutung der Grünwehr

Das Grünwehr, oder früher mit Grünwöhr bezeichnet, ist als eine der Keimzellen unserer Stadt zu betrachten. Die alte, urkundlich wiederholt nachgewiesene Hohe Straße von Hallstadt bei Bamberg führt über das “Gebirge” (Jura) nach Kulmbach und überschritt außerhalb der Stadtbefestigung im Vorstadtviertel Fischergasse/Grünwehr den Weißen Main. Diese Hohe Straße führte vom Mainübergang nach Norden über den Purbach nach Kronach und weiter in den Frankenwald und das benachbarte Thüringen. Nach Osten erreichten die Handelsleute das Fichtelgebirge, Böhmen, Schlesien und sogar Polen. Zwei frühmittelalterliche Wehranlagen links und rechts der Altstraße sicherten den Mainübergang.

Die steinerne Brücke

Schon im 14. Jahrhundert wird die Steinerne Brücke in den Urbaren genannt. Auffallend ist auch die besondere Hervorhebung als “Steinerne Brücke”. Die aus Stein gebauten Brücken waren damals selten zum Unterschied der aus Holz gebauten. Wir denken dabei zum Beispiel an die Steinerne Brücke in Regensburg zur Donauüberquerung.
Die wenigsten unserer Mitbürger, die täglich die Brücke im Grünwehr benützen, wissen nicht, dass dieses Bauwerk mit Sandsteinen gewölbt ist. Das Landbuch der Herrschaft Plassenberg aus dem Jahre 1531 berichtet, dass schon damals im Grünwehr Wohngebäude standen.

Ein ehemaliges Prälatenhaus?

Am auffallendsten ist das nicht weit von der Steinernen Brücke gelegene Anwesen Grünwehr 32, der frühere Gasthof “Zum Seelöwen”. Im Kurzinventar der Denkmalspflege wird der Gasthof als ehemaliges Prälatenhaus des Klosters Langheim beschrieben. Das zweigeschossige, aus Sandsteinen errichtete Eckhaus wird anbei der Kulmbacher Ratsmaurermeister Hans Georg Hoffmann zugewiesen. Ein Besitz Langheims lässt sich allerdings nicht nachweisen, da sich während des Bundesständischen Krieges 1553/54 im Raum der Steinernen Brücke heftige Kämpfe abspielten und Häuser im Grünwehr abbrannten.

Erste urkundliche Erwähnung

1634 gelang es kaiserlichen Soldaten wegen schlechter Bewachung des Tores an der Steinernen Brücke, in die Stadt einzudringen und auch Häuser einzuäschern. Diese kriegerischen Ereignisse mögen dazu beigetragen haben, dass alte Lehen- und Besitzrechte aus dieser Zeit teilweise nicht überliefert sind. Das heutige Anwesen Grünwehr 32 findet sich erstmals schriftlich mitgeteilt im Jahre 1750. Damals wurde Otto Georg Philip von Guttenberg zu Kirchleus mit einer Behausung mit Gärtlein im grünen Wehr, an der nach dem Buch gehenden Straße (= Untere Buchgasse) von der markgräflichen Regierung belehnt.

Die ersten Bewohner und der erste Wirt

Darauf folgte als Hausbesitzer der Pulverinspektor Johann Christoph Schoberth und als seine Erben der fürstliche Geheimkämmerer Johann Sebastian Liebhardt und Hofkammerrat Conrad Friedrich Schreiber. 1783 erwirbt der Kulmbacher Bürger und Bäckermeister Johann Simon Planck (* 13.4.1758 +,24.10.1842) von den Liebhardt und Schreiberischen Erben das ehemals zur Pulvermühle gehörige Wohnhaus. Der Kaufpreis betrug 1825 Gulden und 3 Taler. 4 Jahre danach tritt erstmals Planck als Wirt “bei der Steinbrücken” in Erscheinung. Diese Wirtschaft im Anwesen Grünwehr 32 dürfte keine Konkurrenz zum nicht weit entfernten Gasthof “Goldener Adler” (Grünwehr 1 – ehemalige Sandler´s Villa) gewesen sein.

Ehemaliges Bräuhaus

Bäckermeister Veit Münch kaufte 1830 das Wohnhaus Nr. 300 mit Keller, Stallung und überbauten Kammern, Holzschlicht, Faßremise, Kellerhaus mit Felsenkeller, Hofraum mit Dungstätte Gartenplatz vor dem Haus an der Faßremise im grünen Wöhr. 1850 trug Münch dem Magistrat vor, dass er in seinem dem Wohnhaus gegenüberliegenden Garten ein Bräuhaus errichten wolle. Der Braukessel sollte 70 Eimer fassen ( = ca. 4789 ‘Liter). Münch legte 1850, die Brauerprüfung ab und erhielt darauf von der Stadt die Konzession. 1857 verkaufte Münch die Realitäten an den Bierbrauer Johann Christian Schmidt und dieser 1861 an Michael Elias Michel jun., wobei Michel 1868 die Konzession zum Betrieb einer Gast-Schenkwirtschaft in seinem Wohnhaus mit der Beherbergung von Fremden und die Verabreichung von Kaffee, warmen Getränken und Erfrischungen erhielt.

Besitzer im 20. Jahrhundert

Das Anwesen Grünwehr 32 ging 1898 durch Kauf an Johann Schindhelm, Metzger aus Melkendorf, über mit Konzession zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 1984 verkaufte dessen Erbe den Gasthof an den Brauereibesitzer Gerd Borges. Im Jahr 1986 erwarben Werner Glaser aus Wildenberg und dessen Gattin Edeltraud das Anwesen. Nach fünfmonatiger Renovierung wurde der Gasthof “Zum Seelöwen” am 15. Januar 1987 wieder eröffnet.